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<title>Lauf (Musik)</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Lauf (Musik)</span></h1>
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<p>Der <b>Lauf</b> (seltener und besonders im <a href="Plural" title="Plural">Plural</a> auch „Laufwerk“) ist eine <a href="Musikalische_Geste" title="Musikalische Geste">musikalische Geste</a>, bei der Töne, für gewöhnlich im mäßig schnellen bis sehr schnellem Tempo, entweder als aufsteigende oder aber als absteigende <a href="Figur_(Musik)" title="Figur (Musik)">Figur</a> gespielt oder gesungen wird. Hierbei handelt es sich größtenteils um Tonabschnitte in <a href="Halbton" title="Halbton">Halb-</a> und <a href="Ganzton" title="Ganzton">Ganztönen</a> bzw. um <a href="Intervall_(Musik)" title="Intervall (Musik)">Intervalle</a> der kleinen und großen <a href="Sekunde_(Musik)" title="Sekunde (Musik)">Sekunde</a>, teils aber auch in größeren Intervallen. Aus diesem Grund überschneidet sich der Begriff des Laufes teilweise mit dem des <a href="Arpeggio" title="Arpeggio">Arpeggios</a> und die Grenze kann nicht immer klar gezogen werden. Normalerweise sind bei einem Arpeggio aber die Schritte größtenteils nicht in Ganz- oder Halbtonschritten, sondern in weitergespannten Intervallen zu finden. Daher bezeichnet ein Arpeggio im Normalfall eher eine horizontal <a href="Diminution" title="Diminution">diminuierte</a> <a href="Akkord" title="Akkord">Akkordstruktur</a>.
</p><p>Im Prinzip sind Läufe also lediglich schnell gespielte Skalen (<a href="Tonleiter" title="Tonleiter">Tonleitern</a>). Die ausgewählte Skala trägt hierbei maßgeblich zum Charakter bei. Somit klingt ein auf einer <a href="Ganztonskala" class="mw-redirect" title="Ganztonskala">Ganztonskala</a> gespielter Lauf „schwebend“ oder gar ungewöhnlich, während ein Lauf auf einer <a href="Phrygischer_Modus" title="Phrygischer Modus">phrygischen</a> Tonskala eher <a href="Mediterran" class="mw-redirect" title="Mediterran">mediterran</a> anmuten kann, mag ein Lauf auf einer <a href="Moll#Harmonisches_Moll" title="Moll">harmonischen Molltonleiter</a> mit ihrem Hiatus-schritt (also einer übermäßigen Sekunde) eher an musikalische Eigenheiten aus dem <a href="Naher_Osten" title="Naher Osten">Nahen Osten</a> erinnern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beispiele">Beispiele</h2></div>
<p>Ein bekanntes Beispiel für extensiven Gebrauch von schnellem Laufwerk ist <a href="Nikolai_Andrejewitsch_Rimski-Korsakow" title="Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow">Rimski-Korsakows</a> <i><a href="Hummelflug_(Rimski-Korsakow)" title="Hummelflug (Rimski-Korsakow)">Hummelflug</a></i> aus dem Jahr 1899/1900, wobei hier fast über das komplette Stück hinweg eine <a href="Chromatik" title="Chromatik">chromatische</a> Skala eingesetzt wird, womit die rapide Rastlosigkeit einer <a href="Hummeln" title="Hummeln">Hummel</a> eindrucksvoll imitiert werden soll. Das Werk wurde zudem vom Orchester z. B. auf das <a href="Klavier" title="Klavier">Klavier</a> übertragen (u. a. von <a href="Sergei_Wassiljewitsch_Rachmaninow" title="Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow">Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow</a> oder in einer extrem schweren <a href="Paraphrase_(Musik)" title="Paraphrase (Musik)">Paraphrase</a> von <a href="Gy%C3%B6rgy_Cziffra" title="György Cziffra">György Cziffra</a>) und dient hier als eindrucksvolles Showstück.
</p><p>Besonders exzessiv werden Tonleitern auch in den vielen auch heute noch populären, virtuosen und teilweise technisch äußerst schweren <a href="Et%C3%BCde" title="Etüde">Etüden</a> von <a href="Fr%C3%A9d%C3%A9ric_Chopin" title="Frédéric Chopin">Frédéric Chopin</a> oder <a href="Franz_Liszt" title="Franz Liszt">Franz Liszt</a> oft als Kompositionsmittel gebraucht. Besonders in den technisch häufig sehr anspruchsvollen <a href="Kadenz_(Harmonielehre)" title="Kadenz (Harmonielehre)">Kadenzen</a> in Werken von Liszt ist ein nahezu extremer Gebrauch hiervon zu finden. Teilweise sind diese Skalenläufe nicht in einem rhythmisch festgelegten Rahmen gesetzt (beispielsweise in Liszts <i><a href="Liebestr%C3%A4ume" title="Liebesträume">Liebestraum Nr. 1</a></i>) und werden als zahlreiche kleine Noten in einem einzigen Takt notiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Instrumente_und_Einschränkungen"><span id="Instrumente_und_Einschr.C3.A4nkungen"></span>Instrumente und Einschränkungen</h2></div>
<p>Auch das verwendete Instrument spielt eine große Rolle. So sind beispielsweise in Orchesterwerken Läufe in den Streichern und Holzbläsern besonders häufig. Ausgenommen sind vor allem sehr tiefe Instrumente, wie <a href="Kontrabass" title="Kontrabass">Kontrabass</a>, <a href="Kontrafagott" title="Kontrafagott">Kontrafagott</a> oder <a href="Kontrabassklarinette" title="Kontrabassklarinette">Kontrabassklarinette</a>, hier ist Laufwerk zwar auch möglich, allerdings in der Orchestrationspraxis wesentlich seltener anzutreffen, da letztere Instrumente eher träge sind. Dies trifft allerdings nicht auf <a href="Violoncello" title="Violoncello">Cello</a>, <a href="Fagott" title="Fagott">Fagott</a> und <a href="Bassklarinette" title="Bassklarinette">Bassklarinette</a> zu, die trotz ihrer Größe erstaunlich agil sind und auch virtuose Läufe mit Leichtigkeit meistern können.
</p><p>Aber auch bei den meisten Blechbläsern ist häufiger Gebrauch von Läufen eher unüblich. Zwar werden vor allem in <a href="Jazz" title="Jazz">Jazz</a> und <a href="Popmusik" title="Popmusik">Pop</a> häufig Figuren eingesetzt, die sich von unten nach oben („Doit“), oder auch von oben nach unten („Fall“) bewegen. Hierbei handelt es sich aber viel mehr um <a href="Glissando" title="Glissando">Glissandi</a>, also eher um sehr verschleierte, <a href="Chromatik" title="Chromatik">chromatische</a> musikalische Gestiken, deren Einzeltöne meist nicht mehr identifiziert werden können; daher kann hier auch nicht von einem Lauf die Rede sein. Aufgrund des Zuges ist letztere Technik besonders auf der <a href="Posaune" title="Posaune">Posaune</a> weit verbreitet und einfach auszuführen.
</p><p>Auch auf <a href="Naturtrompete" title="Naturtrompete">Naturtrompete</a>, <a href="Naturhorn" title="Naturhorn">Naturhorn</a> und bestimmten in <a href="Pentatonik" title="Pentatonik">Pentatonik</a> gestimmten Musikinstrumenten, wie einigen asiatischen <a href="Zither" title="Zither">Zithertypen</a>, oder der <a href="Shakuhachi" title="Shakuhachi">Shakuhachi</a> (einer japanischen Bambusflöte), ist die Ausführung von Läufen nur schwer oder gar ganz unmöglich. Auf der gewöhnlichen <a href="Konzertharfe" class="mw-redirect" title="Konzertharfe">Konzertharfe</a> beispielsweise sind vor allem chromatische Figuren gänzlich unmöglich, da dieses Instrument im Normalfall <a href="Diatonik" title="Diatonik">diatonisch</a> gestimmt ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Nikolai van Gilse van der Pals: <i>Rimsky-Korssakow</i>. Georg Olms Verlag, 1929.</li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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